Die kontrovers gefuehrte Diskussion um den Begriff der hoeheren Gewalt gibt Anlass, Anhaltspunkte fuer eine Bestimmbarkeit des in zahlreichen gesetzlichen Bestimmungen verwendeten Begriffes aus einer Betrachtung derjenigen Quellen zu gewinnen, die die rechtliche Entwicklung des Begriffes bezeugen. Dabei zeigt sich, dass der Grund fuer eine mangelnde positive Bestimmbarkeit in dem von der roemischen Jurisprudenz beschrittenen Abstraktionsprozess zur Beurteilung qualifizierter Schadensereignisse liegt, welcher eine widerspruchsfreie Bestimmung mittels allgemeiner Kriterien nicht zulaesst. Vielmehr wechselt der Bedeutungsinhalt der hoeheren Gewalt mit der dogmatischen Ausgestaltung des jeweils zum Zuge kommenden Haftungsgrundes (heute Verschuldens- oder Gefaehrdungshaftung), von dessen nachteiligen Folgen hoehere Gewalt befreien soll. Schliesslich ergibt sich auch, dass die juengst diskutierte Einfuehrung einer beweglichen Haftungsfolge in das System der Gefaehrdungshaftung nicht die Abschaffung des Instituts der hoeheren Gewalt bedingt.
ISBN: | 9783631420423 |
Publication date: | 1st July 1989 |
Author: | Andreas Doll |
Publisher: | Peter Lang Edition an imprint of Lang, Peter, GmbH, Internationaler Verlag der Wiss |
Format: | Paperback |
Pagination: | 189 pages |
Series: | Europaische Hochschulschriften : Reihe 2: Rechtswissenschaft |
Genres: |
Systems of law: Roman law Comparative law |